Wie geht es mit dem Leinenkleid weiter: die Näh-Anleitung für ein Kleid mit Teilungsnähten

kostenlose Nähanleitung für das Leinenkleid
Ich habe mein Schnittmuster ausgedruckt und den ersten Satz an Werkzeug zusammen gesucht: los geht es mit Papierschere, flüssigem Klebstoff und Klebeband.

Ich verwende für die folgende Nähanleitung eines von meinen Schnittmustern „schlichtes Sommerkleid, Größe 46 – 56“. Das kannst du zum Beispiel bei Dawanda kaufen. Aber die Näh-Anleitung, die ich im folgenden vorstelle, gilt auch für jedes andere (ungefütterte) Kleid mit Teilungsnähten. Egal, ob du einen Schnitt aus dem Internet zum Selberausdrucken verwendest oder ein Schnittmuster aus einer Zeitschrift.

den Schnittbogen vorbereiten

Meinen Kleiderschnitt will ich später bei Dawanda als Sofortdownload anbieten. Das heißt, ich habe keinen großen Schnittbogen, aus dem ich meine Schnittteile rausradeln muss. Sondern mein Schnittbogen besteht aus einem Stapel A4-Seiten. 30 A4-Seiten.

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Ich verwende am liebsten flüssigen Klebstoff. Er hält die Papierlagen stärker zusammen als ein Klebestift. Und er hat den Vorteil, dass er noch einen Moment flüssig ist. Du hast noch Zeit die Position der Blätter zu korrigieren, bevor der Kleber ganz fest ist.
  • Den rechten und den unteren Rand abschneiden.
  • Die Seiten zusammen kleben. Aber jetzt ist der selbst ausgedruckte Schnittbogen eindeutig im Vorteil gegenüber einem großen Papierschnittmuster:
  • Du kannst nähmlich: deine Schnittteile in der richtigen Größe ausschneiden.
  • Willst du später das Kleid in einer anderen Größe nähen, druckst du deinen Schnittbogen einfach nochmal aus…
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Ränder abschneiden, Seiten zusammen kleben, die Schnittteile ausschneiden.

das Material

Als Stoff nehme ich für das Kleid einen blickdichten, aber luftigen Stoff in Leinenoptik. Das Material ist vor allem Polyamid. Mit den entsprechenden pflegeleichten Pflegeeigenschaften. Aber es trägt sich angenehm auf der Haut und es sieht aus wie aus Leinen.

Und ich habe den Stoff doch noch gebügelt. Das ist ein weiterer Arbeitsschritt bevor man tatsächlich „nähen“ kann. Ich wollte mir das eigentlich sparen. Aber alle weiteren Arbeitsschritte funktionieren einfach besser, wenn der Stoff einfach glatt liegt. Du brauchst nicht so lange an dem Stoff die Falten glatt streichen, bevor du die Schnittteile zuschneiden kannst. Die zugeschnittenen Teile haben eine korrektere Form, wenn du nicht über kleine Falten schneidest, usw. – als erst den Stoff bügeln.

Und ich habe sehr „vorsichtig“  gebügelt. Schließlich ist mein Stoff „gecrasht“. Er hat schon kleine Falten. Der Stoff soll glatt sein, aber die (kleinen) Falten sollen drinn bleiben.

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In Richtung des Fadenlaufes ist mein Stoff gecrasht. Das heißt, es sind kleine Falten eingebügelt, die mehr oder weniger fixiert sind.

 

die Schnitteile zuschneiden

Die Schnittteile werden im Fadenlauf zugeschnitten.

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Zuerst faltest du den Stoff einmal und schneidest alle Teile zu, die du zweimal brauchst.
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Dann faltest du den Stoff neu. Dieses Mal brauchst du zwei Stoffbrüche. Jetzt schneidest du alle Teile zu, die IM Stoffbruch zugeschnitten werden müssen.

die Näh-Anleitung

Verkürzt gesagt: näh das Oberteil zusammen, näh den Rock zusammen. Näh beide Teile zusammen. Fertig.

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Hier die verkürzte Anleitung: näh das Oberteil zusammen, näh den Rock zusammen. Näh beide Teile zusammen. Fertig.

Klingt gut. Aber diese Verkürzung verschweigt mindestends das Einsetzen des Reißverschlusses und das Versäuber von Hals- und Armlöchern.

Also, nochmal von vorne:

  • Alle Schnittteile sorgfältig zuschneiden. Alle Markierungen (mit Schneiderkreide oder ähnlichem) übertragen.
  • Dann steckst du die Nähte am Oberteil mit Stecknadeln zusammen. Näh die Nähte, aber lass eine Seitennaht offen! In diese Seitennaht kommt der Reißverschluss.
  • Jetzt die Teile für den Rock zusammen stecken. Näh die Nähte, aber lass eine Seitennaht offen.
  • Steck das Oberteil an den Rock. Näh beide Teile zu einem Kleid zusammen.
  • Jetzt setzt du den Reißverschluss in die Seitennaht ein. Das obere Ende des Reißverschlusses endet 3cm vor dem Armloch. Das untere Ende geht ungefähr bis zur Hüfte. Das heißt, du brauchst einen schmalen Reißverschluss von 30 bis 35cm Länge. Wenn du sie „unsichtbar“ einnähen kannst, nimm einen „verdeckten“ Reißverschluss. Sonst geht auch einfach ein schmaler Kunststoffreißverschluss. Der ist auch fast nicht zu sehen.
  • Schließ das fehlende Stück der Seitennaht.
  • Versäuber das Halsloch und die Armlöcher.
  • Schließ die Schulternähte.
  • Schlage den Saum ein und steppe ihn fest.
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So sieht die Nähanleitung in Fotos aus.

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Das fertige Kleid passt!

In diesem Artikel ging es nur um die „reine“ Nähanleitung. Wenn du auf der Suche nach weiteren Tips bist, schau dir noch meine beide Artikel zu diesem Kleid an: „Nähmuster nähen + Schnittmuster für lange Größen verlängern“ und „die Passform des Nähmusters prüfen und auf den Papierschnitt übertragen“.

Das war es für heute,

viele Grüße

und

bis bald,

Andrea

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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